Elder – Mediationsfall

mediation-vermittelt

 Betagte Mutter allein zuhaus´

In dieser Mediation ging es darum, dass die drei erwachsenen Kinder sich um ihre betagte Mutter Sorgen machten – sie wohnte allein im Elternhaus. Was würde passieren – sie würde ja nicht jünger? Was, wenn es ihr gesundheitlich schlechter ginge? Die Vorstellungen der Mutter waren ganz eigene, denn sie stellte sich vor, das Haus ´einfach´ an ihre Tochter, Frau M., zu überschreiben, wenn die sie dafür pflegen würde…

 Wie kam es zur Mediation?

Eine der Töchter, Frau H., sprach sich bei einer Freundin aus, die mich kannte und ein unverbindliches Gespräch empfahl. Wir telefonierten also, sie schilderte mir, worum es ging, wer beteiligt war – eine Lage, in der Mediation eine gute Aussicht auf Erfolg hat, weil für die Familie am wichtigsten war, eine Lösung zu finden, bei der niemand „drauflegte“. Die Tochter, Frau H., sprach mit ihren Geschwistern( Herr K., Frau M.) und ihrer Mutter (Frau K).

Das erste Treffen

Telefonisch fanden wir einen Termin und einen Ort, mit dem alle einverstanden waren, der für alle gut erreichbar war und wo wir uns für ein Treffen ca. eine Stunde Zeit nehmen wollten. Bei diesem Termin lernten wir uns kennen, ich beantwortete ihre Fragen zum Mediationsverfahren. Besonders wichtig war ihnen, dass alle Gespräche vertraulich stattfänden und niemand „hinter dem Rücken anderer“ etwas in die Wege leitete.Gemeinsam legten wir fest, welche Punkte sie als nächstes besprechen wollten und wie sie möglichst rücksichtsvoll, aber völlig offen miteinander während der Besprechungen umgehen wollten.Diese Punkte wurden auch Teil unseres Vertrages miteinander (neben anderen wie dem halbstündlich abgerechneten Honorar, der Möglichkeit jederzeit abzubrechen oder eine Rechtsberatung hinzuzuziehen).
Zum Schluss fanden wir miteinander neue Termine und legten fest, dass das Elternhaus, in dem Frau K. noch allein lebte, der nächste Gesprächsort sein sollte.

In der Zwischenzeit

Vor dem nächsten Termin meldete sich bei mir der Bruder, Herr K., und sagte, dass er nicht dabei sein wollte, er fühlte sich nicht wirklich betroffen, wollte einfach, dass eine faire Lösung gefunden würde und nicht nur eins der Geschwister das Haus bekäme. Aber er wäre einverstanden, wenn seine Schwestern und Mutter weiter nach einer Lösung suchten, er würde sich auch an den Kosten weiterhin beteiligen.

Ich schlug vor, dass eine der Schwestern sich immer nach den Treffen in Verbindung setzen könnte und er jederzeit auch wieder dazu kommen könnte. Damit war er einverstanden, wirkte erleichtert.

Pamela Hirschmann

Institut für Interessenausgleich, Kommunikationsförderung und Gesundheit