Schlagwort-Archive: Mediation

Mediation, Respekt – vor der Entscheidung

Der Chemiekonzern Bayer befindet sich in einem Milliarden Dollar Konflikt. Die Voraussetzungen für den Rechtsweg stehen anscheinend gut. Trotzdem haben sich die Verantwortlichen im Unternehmen für eine Mediation entschieden. Und sie haben sich auch dafür entschieden, das öffentlich zu machen. Respekt – vor der Entscheidung.

mm-Bayer

Mediation – ein Ausweg auch für Unternehmen

Die Nutzung von Mediation zur Konfliktbeilegung durch Unternehmen ist nicht neu. Dies öffentlich machen, das ist für ein deutsches Unternehmen spektakulär. In der Vergangenheit gab es darüber stillschweigen. Für die Öffentlichkeit war dann eine andere Formulierung bestimmt.

Es geht für Bayer um sehr viel Geld. Allerdings dürfte die Lähmung durch einen Rechtsstreit in der monetären Bewertung noch deutlich schlechter abschneiden. Dies haben die Verantwortlichen erkannt.

Das Denken in Sieger und Verlierer Kategorien ist überwunden, Respekt – vor der Entscheidung für die Mediation

Dies ist vielleicht der schwierigste Aspekt, den es zu überwinden galt. Wer vor dem Gesetz „recht hat“, bleibt offen. Und ebenfalls „Die“ Gerechtigkeit, sofern es sie gibt. Niemand muss auf seiner Position beharren.

Offenlegen der Interessen, Respekt – vor der Entscheidung

Welche Interessen stützen die Positon? Nur Interessen sind verhandelbar. Zuhören und verstehen wollen. In die „Welt des Anderen“ eintauchen und nachvollziehen, was dort geschieht. Das sind die Tugenden! Dieses Handeln ist keineswegs Zustimmung! Verständnis hat mit Verstehen und Verstand zu tun…

Tauschen und abgleichen, was ist „noch nicht gedacht“? Wo liegen die Gemeinsamkeiten? Wo die Unterschiede?

Konstruktive Konfliktbeilegung geschieht ohne Waffen
Die Waffen werden beiseite gelegt

Die Angst vor dem „Weichspülen“ ist unbegründet!

Unterschiede dürfen bleiben. Sie zu beseitigen ist in der Mediation kein Ziel! Das wird mit der Mediation oft nicht verbunden.

Das erklärte Ziel hat „zwei Stufen“: Die Erste ist die absolute Klarheit über Interessen und Unterschiede. Die Zweite lautet, dass die Parteien (d. h. die Betroffenen!, ein Richter z. B. ist das nicht…) Möglichkeit erarbeiten die Unterschiede zu belassen und einen Umgang damit finden. Langfristig und in die Zukunft gerichtet.

Keine Vergangenheitsbewältigung, Respekt – vor der Entscheidung für die Mediation

Die Vergangenheitsbewältigung (im Recht oft mit Anspruchsgrundlage bezeichnet) spielt in der Mediation eine untergeordete, bzw. gar keine Rolle. Und es geht eben nicht darum, wer welchen/ größeren Anteil an der aktuellen Situation zu verantworten hat.

Es geht um die Zukunft, die jetzt beginnt. Und ich kann es nur noch einmal wiederholen: Respekt – vor der Entscheidung

Regeln in der Kommunikation

Für ein „Beziehungsspiel“ sind mindestens zwei Spieler nötig. Sie treffen eine unausgesprochene Vereinbarung über die Regeln der Kommunikation.

Regeln werden eingehalten,

Es gibt Spiele, die niemand will. Auch sie haben Regeln. Kommunikation gibt es schließlich immer, und die Orientierung erfolgt intuitiv.

Genau deshalb geht es immer weiter und weiter. Hilflosigkeit macht sich breit (bei einem schlechten Spiel), und die Belastung steigt und steigt.

und deswegen ergibt sich ein Muster

Jeder schützt sich, und die Anzahl der Tabuthemen nimmt zu. Mancher liegt auf der Lauer, dem Anderen etwas heimzuzahlen, als Ausgleich für erlittenes Unrecht. Die Spirale der Eskalation bleibt in Bewegung, Verletzung folgt auf Verletzung.

Mal angenommen, nur Einer überlebt, wie wird er sich fühlen, wenn es soweit ist?

Eine Änderung der Regeln in der Kommunikation

ist etwas verwerfliches. Wer das macht, hat keinen Charakter…/ ist feige/ man kann sich nicht Alles gefallen lassen…

Ein Ausbruch aus der Spirale als Vorleistung? Undenkbar, nach Allem was passiert ist… Denn die Richtung ist anscheinend klar vorgegeben…! Oder doch nicht?

Eine Partei ändert die Regeln, und dafür reicht es bereits, wenn sie sich nicht mehr daran hält. Das System sucht sich dann ein neues Gleichgewicht, was bedeutet, das alle Beteiligten reagieren. Denn das Ignorieren der veränderten Kommunikation funktioniert nicht.

Die Natur macht es vor, …

Der Schlüssel für eine Veränderung liegt demnach in der eigenen Person. Niemand muss warten, bis ein Anderer handelt.

Schild mit Regel "Sei ein zivilisierter Besucher",Regeln der Kommunikation
Gesehen im Shanghai Tower

Und das gilt in jedem Umfeld. Ob privater Natur, eine Geschäfts- oder Arbeitsbeziehung, oder etwas ganz Anderes. Ein Mediationskollege ist hauptsächlich in Kirchengemeinden tätig, ein Anderer hat sich auf Krankenhäuser spezialisiert. Ärztliche Gemeinschaftspraxen und Vereine stehen ebenfalls auf den Listen. Wo immer Menschen sind, da gibt es diese Herausforderungen und diese Lösungsmöglichkeiten. Und jedes Individuum hat die Wahl: tue ich etwas, oder nicht!

Warum tun wir das?

…wer sich verändert, überlebt.

D. h. wenn Sie uns aufsuchen wollen, sind Sie nicht darauf angewiesen, dass Ihr Konfliktpartner mit macht.

Klingt wenig glaubhaft/ exotisch?

Sprechen Sie mit uns… Wir freuen uns auf Sie.