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Mediation Vermittelt nimmt in diesem Blog Themen aus dem Alltag auf und betrachtet sie unter dem Aspekt einer mediativen Haltung. Dieser Sicht zu folgen ist nicht immer einfach, wenn die Übung fehlt. Mit mediativer Haltung können sich völlig neue Sichtweisen ergeben.

Mediative Haltung bedeutet „verstehen wollen“. Ein Verständnis bedeutet werder Zustimmung noch Ablehnung. Es ist der Versuch, die Gedanken eine anderen Menschen nachzuvollziehen. Diese „Reise“ kann sehr herausfordernd sein! Für uns ist sie eine Alternative zum spontanen „dagegen halten mit der eigenen Meinung“. Das kann man immer noch tun, in einem zweiten Schritt.., wenn der erste vollständig gegangen ist.

Wir freuen uns über Kommentare und bitten darum, dass sie in einer nicht verletzenden Art und Weise geschrieben werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu löschen, die juristisch fragwürdig, verletztend, oder in anderer Weise gegen Menschen gerichtet sind. Kritik ist erwünscht, die Art, wie sie geäußert wird, werden wir regulieren. Wir hoffen auf Verständnis und wünschen uns, nicht in eine Situation zu kommen dieses „scharfe Schwert“ zu nutzen.

Aufgelöst

Flugdrachen, schwerelos, aufgelöst

Wenn Sie morgen Früh aufwachen, und Ihre Schwierigkeiten sind über Nacht verschwunden. Woran würde es Ihnen als erstes auffallen dass sie aufgelöst sind?

Wer wäre die/ der Erste, dem es noch auffällt? Und wodurch?

Die Wunderfrage…

Die „Wunderfrage“ hilft, eigene Anteile besser zu erkennen. Sicher, die äußeren Randbedingungen ändern sich dadurch nicht. Vielleicht aber das eigene „Handwerkszeug“.

in der Anwendung

In einer Organisation arbeiten braucht einen permanenten Anpassungprozess. Der Umgang mit dieser Anforderung kann individuell ganz unterschiedlich sein. Die Belastung hierdurch muss minimal sein . Später frei werdenden Ressourcen finden schnell an anderer Stelle Verwendung.

Der Standardprozess ist meist, einen einmal gefundenen und erfolgreichen Mechanismus immer wieder anzuwenden. Das klingt nach Effizienz. Ist es sogar, wenn die neue Situation mit der Ursrpünglichen identisch ist. Macht es Sinn, diese „Analyse“ einzusparen? Es ist ein Abwägen. Wenn „Dauerstress“ und „Reparaturaufwand“ die Folgen sind, dann ist die „Einsparung“ schnell aufgezehrt.

Warum weiter machen…

Also, muss ich etwas deswegen tun, weil ich es schon immer so gemacht habe? Wer zwingt mich? Wer verhindert eine Verhaltensänderung?

Vielleicht gibt es eine innere Stimme, die mich vor Fragen aus meinem Umfeld warnt. Sie können so unangenehm sein.

Warum? Nun, die Fragen stellen mich vielleicht in eine „Rechtfertigungsecke“. Aber nur, wenn ich das für mich so definiere. Eine andere Definition: Ich habe etwas gelernt, mich weiter entwickelt. Jeder Tag und jede Situation sind neu. Deswegen betrachte ich sie ergebnisoffen

Flugdrachen, schwerelos, aufgelöst

…wie bisher, wenn sich etwas aufgelöst hat?

Klingt besser, nicht wahr? Auch anstrengender? Ja! Es braucht zumindest am Anfang eine gehörige Portion Aufmerksamkeit. Die alten Gewohnheiten warten nur darauf, das verlorene Terrain zurück zu holen. Denn, so ganz aufgelöst sind sie dann doch nicht. Erst, wenn die neue Verhaltensweise eingeübt und zur neuen Gewohnheit geworden ist, braucht es nicht mehr so viel Aufmerksamkeit. Und doch, Verhaltensänderungen sind langfristige Projekte.

Die „menschlichen Schnittstellen“ haben in Organisationen einen signifikanten Einfluss auf deren Effizienz. Um davon unabhängiger zu werden wurde in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel Aufwand getrieben. Mit Erfolg? Einen Beweis gibt es nicht. U. U. haben wir es hier mit einer Pendelbewegung zu tun. Und nach Jahren „weg vom Menschen“ ist es vielleicht einen Versuch wert, die Bewegungsrichtung umzukehren.

Hinweise auf Gesprächsbedarf

Wie können Sie erkennen, dass es Hinweise auf Gesprächsbedarf gibt?

Körperwahrnehmung gibt Hinweise

Nun, immer wiederkehrende Muster sind ein Zeichen. Themen oder einzelne Worte genügen, und sofort spüren Sie, wie sich Ihr Befinden ändert. Wütend, traurig, genervt, gelangweilt …, das oft zitierte „Bauchgefühl“.

auf Gesprächsbedarf

Solche Gefühlsänderungen fördern Unsicherheit Vielleicht haben Sie einmal (absichtlich oder nicht) einen solchen „Triggerpunkt“ gedrückt und waren über die Wirksamkeit verwundert. Oder Sie selbst wurden von einer Äußerung „getroffen“.

Befindlichkeit trübt den Blick

Hinzu kommt Ihre eigene Befindlichkeit. Wie „dünnhäutig“ sind Sie gerade. Was haben Sie kurz vorher erlebt? Sind Sie jetzt wahrhaftig und vollständig präsent? Vermischt sich das Thema gerade mit einer eigenen Geschichte? Beginnt die eigene Geschichte gerade ein Eigenleben? Treibt sie mich dazu, anstatt wahrzunehmen, was gerade ist, zu einer Bewertung, die hier eigentlich nichts verloren hat?

Opfer, Täter, oder Beides?

Das Vorkommen im Alltag ist unterschiedlich. Mal wird es genutzt um sich selbst zu schützen, manchmal als Angriff. Oder schlichtweg unbeabsichtigt. Auch Kombinationen sind möglich. Es gibt einen umgangssprachlichen Begriff dafür: …“und dann gab ein Wort das Andere…“

Von Kindesbeinen an entwickeln alle Menschen ein feinese Gespür, wie sie diesen Mechanismus für sich nutzen können. Das haben sie in ihrer Ursprungsfamilie gelernt. Ein Defizif gibt es nach meiner Wahrnehmung: Diese Zeichen werden eher selten als Hinweise auf Gesprächsbedarf gedeutet.

Personengruppe mit Vorarbeiter, Gespraechsbedarf

Triggerpunkte können die Eskalation befeuern

Wenn das passiert, ist längst nicht alles verloren! Jeder kann lernen, die Spirale der Eskalation zu erkennen und zu verlassen. Vieles hängt davon ab, was ich will. Darüber muss ich mir klar werden, klar sein! Und im nächsten Schritt gilt es, bewußt zu handeln. Mit einem für mich klar definierten Ziel. Damit geht es bereits ein Stückchen weiter.

Möchten Sie eine solche Veränderung? Was ist sie Ihnen für Ihr Leben wert, z. B. Hinweise auf Gesprächsbedarf besser zu erkennen?

Etwas Mut als Vorleistung braucht es durchaus…

Toll wäre es, wenn der oder die Konfliktpartner mit machen, eine Voraussetzung ist das jedoch nicht!

Wir freuen uns auf einen Austausch

Mediation, Respekt – vor der Entscheidung

Der Chemiekonzern Bayer befindet sich in einem Milliarden Dollar Konflikt. Die Voraussetzungen für den Rechtsweg stehen anscheinend gut. Trotzdem haben sich die Verantwortlichen im Unternehmen für eine Mediation entschieden. Und sie haben sich auch dafür entschieden, das öffentlich zu machen. Respekt – vor der Entscheidung.

mm-Bayer

Mediation – ein Ausweg auch für Unternehmen

Die Nutzung von Mediation zur Konfliktbeilegung durch Unternehmen ist nicht neu. Dies öffentlich machen, das ist für ein deutsches Unternehmen spektakulär. In der Vergangenheit gab es darüber stillschweigen. Für die Öffentlichkeit war dann eine andere Formulierung bestimmt.

Es geht für Bayer um sehr viel Geld. Allerdings dürfte die Lähmung durch einen Rechtsstreit in der monetären Bewertung noch deutlich schlechter abschneiden. Dies haben die Verantwortlichen erkannt.

Das Denken in Sieger und Verlierer Kategorien ist überwunden, Respekt – vor der Entscheidung für die Mediation

Dies ist vielleicht der schwierigste Aspekt, den es zu überwinden galt. Wer vor dem Gesetz „recht hat“, bleibt offen. Und ebenfalls „Die“ Gerechtigkeit, sofern es sie gibt. Niemand muss auf seiner Position beharren.

Offenlegen der Interessen, Respekt – vor der Entscheidung

Welche Interessen stützen die Positon? Nur Interessen sind verhandelbar. Zuhören und verstehen wollen. In die „Welt des Anderen“ eintauchen und nachvollziehen, was dort geschieht. Das sind die Tugenden! Dieses Handeln ist keineswegs Zustimmung! Verständnis hat mit Verstehen und Verstand zu tun…

Tauschen und abgleichen, was ist „noch nicht gedacht“? Wo liegen die Gemeinsamkeiten? Wo die Unterschiede?

Konstruktive Konfliktbeilegung geschieht ohne Waffen
Die Waffen werden beiseite gelegt

Die Angst vor dem „Weichspülen“ ist unbegründet!

Unterschiede dürfen bleiben. Sie zu beseitigen ist in der Mediation kein Ziel! Das wird mit der Mediation oft nicht verbunden.

Das erklärte Ziel hat „zwei Stufen“: Die Erste ist die absolute Klarheit über Interessen und Unterschiede. Die Zweite lautet, dass die Parteien (d. h. die Betroffenen!, ein Richter z. B. ist das nicht…) Möglichkeit erarbeiten die Unterschiede zu belassen und einen Umgang damit finden. Langfristig und in die Zukunft gerichtet.

Keine Vergangenheitsbewältigung, Respekt – vor der Entscheidung für die Mediation

Die Vergangenheitsbewältigung (im Recht oft mit Anspruchsgrundlage bezeichnet) spielt in der Mediation eine untergeordete, bzw. gar keine Rolle. Und es geht eben nicht darum, wer welchen/ größeren Anteil an der aktuellen Situation zu verantworten hat.

Es geht um die Zukunft, die jetzt beginnt. Und ich kann es nur noch einmal wiederholen: Respekt – vor der Entscheidung